Ruth Müller Vilsheim
Wohnungsbau ein wichtiges Thema für die Gemeinde Vilsheim
Kommunalpolitik
Ruth Müller Vilsheim
Ein lebens- und liebenswerter Ort ist die Gemeinde Vilsheim im Vilstal an der Grenze des Landkreises Landshut zu Oberbayern. Entsprechend hoch ist deshalb auch die Nachfrage nach Bauland, machte Bürgermeister Georg Spornraft-Penker beim Besuch der Pfeffenhausener Landtagsabgeordneten Ruth Müller im Rathaus deutlich, die von der SPD-Gemeinderätin Ingrid Friedrich begleitet wurde.
„Wir weisen wieder neue Baugebiete aus und brauchen aber auch dringend Mietwohnungen“, so der Bürgermeister, der gerade den Gemeindehaushalt vorbereitet. „Auf dem Schweigergrundstück soll ein barrierefreies Wohnen entstehen“, informierte der Bürgermeister über die Pläne für die Zukunft seiner Gemeinde, die rund 2.500 Einwohner zählt. Ein Problem bei der Ausweisung von Bauland oder eben auch jetzt bei dem Umbau der Kläranlage seien die hohen steuerlichen Belastungen für Landwirte beim Verkauf von Grundstücken. Hier schloss sich der Bürgermeister der Bitte des Bayerischen Städtetags an, dass Landwirte zeitlich befristet eine steuerliche Ermäßigung für Grundstücksverkäufe an Kommunen erhalten sollen.
Man sei in Sachen Kinderbetreuung gut aufgestellt, es gebe seit 2014 eine Krippe, einen Kindergarten und den „Zwergerl-Kindergarten“ im Pfarrheim und es stehen auch Überlegungen im Raum, in der Nähe des neuen Baugebiets einen Waldkindergarten zu errichten. In der Grundschule am Ort werde auch eine Mittagsbetreuung angeboten, zudem nutze die Schule auch das „Schulfrucht-Programm“, wie die Landtagsabgeordnete bei einem Rundgang durch die Schule erfreut zur Kenntnis nahm. Doch neben der guten Voraussetzungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sei auch das schnelle Internet in jeder Gemeinde wichtig. Im ersten Ausbauschritt habe man nun die Hauptorte mit 50 MBit versorgt, nun laufe die nächste Ausbauphase an, in der auch die Außenorte und Weiler erschlossen werden sollen. Vorsorglich habe der Gemeinderat beschlossen, auch für das Bundesförderprogramm einen Antrag zu stellen, berichtete der Bürgermeister. Ländlich zu wohnen, sei zwar reizvoll, allerdings weise die ÖPNV-Anbindung doch immer wieder Lücken auf, stellten die Politiker im Gespräch fest. Dass es nun einen Tarifverbund zwischen Stadt und Landkreis Landshut geben soll, sei ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Doch angesichts einer älter werdenden Bevölkerung müsse man auch alternative Konzepte wie Anrufsammeltaxis oder Rufbusse, die durchaus auch mit den Nachbargemeinden zusammen ins Leben gerufen werden könnten, nachdenken. Die konkrete Nachfrage aus der Bevölkerung nach weiteren ÖPNV Angeboten ist allerdings gering da die Bürgerinnen und Bürger die Situation kennen und ihre Fahrten privat organisieren.
Den Gemeindebesuch rundete ein Blick in die Bücherei, die direkt an die Grundschule anschließt, ab. Müller zeigte sich beeindruckt von dem großen Ausleihangebot mit über 5.700 Medien. Dreimal in der Woche sei die Bücherei - die im Übrigen rein ehrenamtlich betrieben werde - geöffnet. Als SPD-Landtagsfraktion haben wir uns auch stark dafür gemacht, die Mittel für das öffentliche Bibliothekswesen um 530.000 Euro zu erhöhen, denn Anfang der 1990er Jahre haben die staatlichen Fördermittel immerhin noch 5,7 Millionen Euro im Jahr betragen. Leider seien lediglich 50.000 Euro mehr von der Mehrheitsfraktion bewilligt worden. Gerade im ländlichen Bereich fänden in den Büchereien auch immer kulturelle Veranstaltungen statt und Familien mit heranwachsenden Kindern seien um ein vielfältiges Angebot von Büchern, CDs und Zeitschriften dankbar, so Müller.
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